Entwicklungspsychologie

Entwicklungspsychologie bezeichnet ein Teilgebiet der Psychologie, dessen Gegenstand es ist, den psychologischen Entwicklungsprozess des Menschen im Zuge seiner gesamten Lebensspanne zu erklären. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Lebensphasen, welche sich durch bestimmte charakterliche Entwicklungen auszeichnen und häufig mit Kindheit/Jugend, Erwachsenenalter und höherem Alter betitelt werden.

Frühere Forschungen gingen davon aus, dass sich die Jugend durch den Aufbau, das Erwachsenenalter durch die Konstanz und das höhere Alter durch den Abbau auszeichnet, jedoch wird in der modernen Forschung weitestgehend von einem lebenslangen Auf- und Abbau und/oder auch von Gewinnen und Verlusten gesprochen. Die Arbeit an der Entwicklungspsychologie ist hauptsächlich von drei Leitlinien geprägt. Zunächst werden das Verhältnis und die Interaktion zwischen dem Lernen, der Reifung und dem Alterungsprozess in den verschiedenen Phasen des Lebens analysiert und ausgewertet. Weiterhin werden anwendbare Theorien geformt, welche auf den im Rahmen der Lebensspannenforschung gesammelten Daten basieren. Als letzte wichtige Leitlinie der Entwicklungspsychologie gilt das Verstehen und Identifizieren der Entwicklungsmechanismen, welche aus der Untersuchung der Unterschiede in den verschiedenen Lebensspannen hervorgehen und diese definieren.

Entwicklungspsychologie

Die Geschichte des Begriffes Entwicklungspsychologie ist noch relativ jung.

Frühere und aktuelle Forschung

Während die Geschichte des Begriffes Entwicklungspsychologie noch relativ jung ist (er wurde 1981 von Paul B. Baltes begründet), setzten sich bereits in früheren Jahren berühmte Persönlichkeiten wie Albert Banduras, Sigmund Freud (Instanzenmodell innerhalb der Psychoanalyse), Ernst Haeckel, Jean Piaget u.a. mit der geistigen Entwicklung des Menschen auseinander. Zentral waren und sind dabei vier verschiedene Thesen: Die erste These lautet: Der Mensch ist das Produkt seiner Umwelt, die zweite besagt, der Mensch sei Teil eines fest angelegten Entwicklungsplanes. Weiterhin wird durch die dritte Theorie behauptet, dass der Mensch seine Entwicklung selbst gestaltet, wogegen die vierte und letzte These spricht, welche als die aktuellste gilt: Der Mensch ist weder Gestalter, noch Produkt seiner Umwelt, er ist beides.

In der modernen Entwicklungspsychologie wird also angenommen, dass sowohl die von außen angetragenen Reize und Erfahrungen (Versorgung durch die Eltern – besonders durch die Mutter, soziales Umfeld usw.), als auch die Gene und die individuellen Charaktereigenschaften Einfluss auf den Werdegang des Menschen und die Ausprägung seiner Persönlichkeit nehmen. Hierauf lassen sich die Begriffe Phylogenese (gemeinschaftliche Entwicklung eines Menschen in einer bestimmten Umgebung, Gesellschaft oder Umfeld) und Ontogenese (individuelle Entwicklung eines Menschen) anwenden, welche zwar Gegenpole darstellen, jedoch im menschlichen Entwicklungsprozess kombiniert werden und ihn letztendlich definieren. Da die Entwicklungspsychologie in ihrer heutigen Form noch eine sehr junge Wissenschaft ist, kann in der Zukunft mit noch zahlreichen weiteren Erkenntnissen gerechnet werden, welche die vorgestellte Theorie erweitern oder eine gänzlich neue formen werden.

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