Psychoanalyse

Die Psychoanalyse geht auf den österreichischen Neurologen Sigmund Freud (1856-1939) zurück. Die klassische Form der Psychoanalyse, wie wir sie heute kennen, entwickelte Freud aus der Hypnose heraus. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts traten bei vielen Frauen vermehrt die Symptome der Hysterie (eigentlich: dissoziative Identitätsstörung) auf. Freud versuchte zunächst eine Behandlung mittels Hypnose, im Fall der Anna O. merkte er jedoch, dass das freie Gespräch und das Aussprechen der Traumatisierungen zu einer Heilung führten.

Theorie und Ausgangspunkt

Basierend auf der Entwicklungspsychologie geht man in der Psychoanalyse davon aus, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen ein Leben lang in einer stetigen Entwicklung befindet. Dass bei dieser Entwicklung ein Zusammenhang zwischen Ontogenese und Phylogenese besteht, postulierte Ernst Haeckel in seinem biogenetischen Grundgesetz von 1866. Freud ging davon, dass sich jeder Mensch im Laufe der Zeit ein bestimmtes Verhaltensmuster angeeignet hat, das in Konfliktsituationen zum Tragen kommt. Dieses Grundmuster im aufgrund einer verdrängten Situation oder Erfahrung im Indiviuum verankert und beeinflusst dessen Handeln und Denken. Folglich reagiert der Einzelne in schwierigen Situationen immer wieder in der gleichen Art, ohne das ihm dies jedoch bewusst ist.

Psychoanalyse

Die klassische Psychoanalyse findet nur selten als alleinige Behandlung seelischer Störungen statt.

Psychoanalyse als Therapieform

Die klassische Psychoanalyse findet nur selten als alleinige Behandlung seelischer Störungen statt. In den meisten Fällen dient sie als begleitende Therapie zu einer medikamentösen Behandlung. Die gängisten Methoden der Psychoanalyse sind die des Gespräches und der freien Assoziation. Der Patient erzählt einfach, was ihm gerade einfällt. Dabei liegt er meist in entspannter Haltung auf einer Couch oder Liege. Der Psychoanalytiker sitzt meist hinter dem Patienten, in jedem Fall aber außer Sichtweite. Nur so, kann der Patient unbeirrt und unbeschwert das Gespräch beginnen. Im Laufe der Erzählungen des Patienten können vom Psychoanalytiker wiederkehrende Muster, die sich auch in Konfliktsituationen wiederfinden, erkannt und angesprochen werden.

Übertragung und Gegenübertragung

Während der Therapiesitzung verknüpft der Patient bestimmte Erinnerungen an Personen Situationen auf den Therapeuten. Somit werden entsprechende Gefühle auf den Therapeuten übertragen, die sich in etwaigen Verhaltensweisen widerspiegeln. Diese sind ein grundlegender Baustein für die Analyse. Wenn die Symtome vom Analytiker erkannt und gedeutet werden, kann auch der Patient sie verstehen und sich dieser bewusst werden. Der Analytiker hingegen kann auf das Verhalten des Patienten hin ebenso Gefühle und Vorstellungen entwickeln, was man als das Phänomen der Gegenübertragung bezeichnet. Daher sollte jeder Psychoanlaytiker zu einer Selbstanalyse fähig sein und selbst sein Inneres kennen und zu deuten wissen.

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